Studienaufruf

Aus der Motivation heraus, die Erkrankung AATM noch besser zu verstehen und vor allem die Trainingstherapie zu optimieren, ist vor einigen Jahren eine Studie entstanden, in der wir 10 COPD-Patienten mit AATM und 10 mit einer herkömmlichen COPD ohne AATM auf die Veränderung der körperlichen Leistungsfähigkeit nach pneumologischer Rehabilitation (3 Wochen) untersucht haben. Eine bei allen Patienten vor und
nach der Reha durchgeführte Muskelbiopsie hat uns tiefen Einblick in die Anpassung der Beinmuskulatur gegeben und zunächst gezeigt, dass beide Gruppen ihre körperliche Leistungsfähigkeit (Ausdauer) in klinisch relevantem Umfang verbesserten. Eindrucksvoll war jedoch, dass, obwohl beide Gruppen mit gleicher relativer Intensität und gleichem Umfang trainierten, die Verbesserung der Ausdauer bei COPD-Patienten (ohne AATM) größer war als bei AATM-Patienten. Dies spiegelte sich ebenso in der Anpassung der Muskulatur wider, die wir zellbiologisch untersucht haben.

Diesen bisher einmaligen Ergebnissen möchten wir in einer Folgestudie, die zurzeit in der Schön Klinik BGL läuft, weiter auf den Grund gehen. Interessant ist für die Forschung vor allem, welcher Mechanismus dieser unterschiedlichen Anpassung zugrunde liegt und wie ein Training für AATM-Patienten noch effektiver gestaltet werden kann. Dafür suchen wir motivierte COPD-Patienten mit AATM und folgenden Eigenschaften:

  • Phänotyp „ZZ“
  • FEV1 < 50 % Soll
  • Kein Diabetes mellitus

Bei Unsicherheiten können die Einschlusskriterien bei Interesse unverbindlich in einem Telefongespräch geklärt werden. Nach Bewilligung einer 3-wöchigen Rehabilitation
in der Schön Klinik BGL (Patienten haben die Möglichkeit, die Wahl der Rehabilitationsklinik mitzubestimmen) werden mit den Studienpatienten zu Beginn und am Ende der Rehabilitation u.a. einige Tests zur Messung der körperlichen Leistungsfähigkeit (z.B. Ausdauertest auf dem Fahrradergometer, angepasst an die Kapazität des Patienten; Krafttest der Beinmuskulatur), der Körperzusammensetzung (Bio-Impedanzanalyse) und insgesamt 2 Muskelbiopsien durchgeführt. Die Muskelbiopsien führen Prof. Kenn oder Prof. Koczulla durch, bei denen unter lokaler Betäubung ein kleines Stück Muskelgewebe aus dem rechten Oberschenkel entnommen wird. Dieses Gewebe wird von der Deutschen Sporthochschule in Köln, der Medizinischen Hochschule Hannover und der Philipps-Universität Marburg analysiert und anschließend die Ergebnisse wieder an die Schön Klinik übermittelt. Während des Rehabilitationsaufenthaltes wird das Training (Geräte, Intensität, Dauer etc.) an die Fähigkeiten der Patienten angepasst und von jedem Patienten dokumentiert. Dieses Training entspricht den aktuellen Empfehlungen der europäischen Gesellschaft für Pneumologie (ERS) und ist somit hocheffektiv. Mit der Teilnahme an dieser Studie, die zugegebenermaßen mehr Einsatz erfordert als eine gewöhnliche Rehabilitation, können Patienten mehr über sich und ihre Erkrankung erfahren (es werden mehr Diagnostiken durchgeführt als gewöhnlich). Die Studienpatienten lernen durch ein optimal gesteuertes Training ihre Leistungsfähigkeit besser einzuschätzen und erhalten wertvolle Anhaltspunkte für ein Training zuhause. Wenn Sie an einer Studienteilnahme interessiert sind und gerne mehr darüber erfahren möchten, melden Sie sich bitte bei:

Frau Inga Jarosch
E-Mail: ijarosch@schoen-klinik.de
Tel.: 08652 931730
Wir freuen uns auf Sie!