Neuerung im Bereich inhalative Therapien

Oder: Wie können uns digitale Lösungen in der Therapie von Atemwegserkrankungen unterstützen?

Patienten mit Atemwegserkrankungen haben alle Hände voll zu tun, ihre chronische Krankheit zu meistern. Langfristige Therapietreue, regelmäßige Arztbesuche und etwaige Einschränkungen an sich stellen für viele bereits eine große Herausforderung dar. Dabei ist der entstehende Behandlungsmarathon stark abhängig von der Königsdisziplin: Die inhalativen Medikamente tatsächlich effektiv zu inhalieren.

Die Fachwelt ist sich einig, dass der Inhaliervorgang sehr komplex ist und deshalb nicht immer klappt. Aber warum tut dann niemand etwas dagegen? Der Hauptgrund: Schulungen sind zeitaufwändig!

„Da muss eine Lösung her. Beim heutigen Stand der Technik kann es nicht so bleiben“, dachte sich Dr. Sabine Häußermann also und gründete vor ca. einem Jahr das Startup VisionHealth, dass noch in diesem Jahr seine App KATA für das Smartphone veröffentlichen wird.
KATA benutzt künstliche Intelligenz und „augmented reality“, um die Inhalation von Medikamenten zu schulen. Mit diesen Möglichkeiten bietet die App eine interaktive Trainingsfunktion. Sie führt beim Inhalationsvorgang durch jeden Anwendungsschritt und gibt dem Patienten Rückmeldung, was er für eine noch effektivere Inhalation verbessern kann. Als erstes wird dazu der Inhalationstrainier für sogenannte Dosieraerosole entwickelt, über die Zeit werden aber immer mehr Trainings für weitere Geräte in der App verfügbar sein.

Zusätzlich steht neben einer ganzen Sammlung an Informationen rund ums Thema Inhalationstherapie und einem Schulungsvorgang zur korrekten Inhalation auch ein Inhalations-Tagebuch zur Verfügung. Darin werden durch aktuelle Werte und Statistiken über mehrere Tage bzw. Wochen wertvolle Verlaufsinformationen festgehalten. Wenn gewünscht, können die eigenen Werte mit Angehörigen geteilt werden oder man nutzt die Erinnerungsfunktion, damit zum Beispiel auf dem Weg zum Sport das Notfallspray nicht vergessen wird.

Doch KATA hilft nicht nur einzelnen Patienten, sondern trägt auch zur Behandlungstherapie der Zukunft bei. Die (anonymen) Einblicke über die Anwendung und gleichzeitig den Nutzen der Therapien, werden zukünftigen Patienten zu einer effektiveren und besseren Anwendung verhelfen.Grundlagenforschung kann diese Ergebnisse auswerten und in Neuentwicklungen einfließen lassen. Auch können bereits existierende Therapien neu bewertet werden. Langfristig wird KATA sogar in der Lage sein, die Anzeichen von Exazerbationen zu erkennen. Frühzeitiges Eingreifen kann dann Krankenhausaufenthalte verhindern oder zumindest abmildern.

KATA wird helfen, Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen das Leben zu erleichtern. Deshalb wird sie in Zusammenarbeit mit diesen Patienten entwickelt.
Wenn Sie Interesse haben, KATA noch in diesem Jahr zu testen, dann melden Sie sich ganz einfach über www.visionhealth.gmbh.

So erschienen im Alpha1-Journal 1-2018.

Alpha1 Deutschland befürwortet diese Forschung und wird die Entwicklung der App verfolgen und darüber berichten.