AlphaCare hatte zum Regionaltag mit dem Referenten Herrn Dr. Deimling aus Schleswig eingeladen. Sein Thema war Notfallmanagement bei Atemnot, was er sehr gut und nachvollziehbar rüberbrachte. Mit 33 Teilnehmern war die Veranstaltung gut besucht und es gab eine intensive Interaktion mit dem Referenten.

Atemnot kennen viele und bekommen dann Panik. Darum ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und langsam zu atmen. Jeder, der das hört, denkt sofort, das ginge nicht. Aber Dr. Deimling erklärte uns, dass die Luft raus müsse (Überblähung). Darum sollte jeder in Ruhe (im normalen Tagesablauf) das langsame Atmen üben, z.B. auch mit der Lippenbremse. Nur wer es im Kopf nachvollziehen kann, setzt es im Notfall besser um. Die Psyche spielt dabei eine große Rolle.

Atemnot kann viele Gründe haben, z.B. Infektion, kalte Luft und Luftdruckänderung.
Bei einer Infektion gibt es einige Anzeichen, die für eine Verschlechterung der Erkrankung sprechen: häufiger Gebrauch des Notfallsprays, Zunahme von Husten und Schleim, richtig grünlicher Auswurf kann dazu kommen, Abnahme vom Peak Flow Wert, Erschöpfung.

Bei diesen Zeichen sollte jeder aktiv werden, damit es nicht noch schlimmer wird. Aber meistens treten diese Zeichen auf, wenn der Hausarzt nicht zu erreichen ist. Darum ist es umso wichtiger, mit dem Hausarzt einen Aktionsplan für den Notfall zu entwerfen. Dort kann enthalten sein:

  • welches Spray wie oft am Tag max. benutzt werden darf,
  • wie inhaliert werden kann (Menge, Häufigkeit),
  • Cortison (Menge, Häufigkeit), dabei ist wichtig zu wissen, dass Cortison den Blutzucker ansteigen lässt und zu Schlafproblemen führen kann.

Natürlich ist der Aktionsplan keine Garantie, dass die Gesamtsituation besser wird. Es können richtiges Fieber (über 38,5°C), Schlappheit, Müdigkeit dazukommen und die Anzeichen oben können sich verschlechtern. Dann ist zu handeln. Im Notfall den Rettungsdienst rufen und sich ggf. ins Krankenhaus einweisen lassen.
Jeder kann sich auf diese Ausnahmesituation vorbereiten, falls der Anrufer in Panik nicht weiß, wohin der Rettungsdienst kommen muss. Es hilft, einen Zettel mit Namen und Adresse neben dem Telefon liegen zu haben, dann muss dieser nur abgelesen werden und es kommt zu keiner weiteren Panik.

Genauso vorzubereiten wäre ein „Notfallzettel /-mappe“, was die Arbeit für den Rettungsdienst bzw. das Krankenhaus erleichtert, weil der Zettel mitgenommen werden kann. Darauf enthalten sollten folgende aktuelle Angaben sein

  • Name und Krankenkasse
  • Erkrankung
  • Medikamentenplan
  • Allergien
  • Telefonnummer von Angehörigen
  • Evtl. letzte Arzt- bzw. Krankenhausberichte in Kopie
  • evtl. Pflegegrad und Pflegedienst

Diese Grundinformationen kann jeder auch im Portemonnaie mitführen, falls unterwegs etwas passiert.

Dies alles sind Situationen, die sich niemand vorstellen mag, aber sollte es dazu kommen, ist es wichtig, darauf vorbereitet zu sein, damit nicht zusätzliche Panik wegen der Daten aufkommt.

Dr. Deimling betonte, dass jeder Manager von seiner Krankheit sei und somit ein Stück weit selbst steuern könne, wie das Notfallmanagement bei Atemnot aussähe.
Marion Deter, so erschienen im Alpha1-Journal 1-2019.