Alpha1 Spanien und der Jakobsweg

Eine Reise zum heiligen Jakobus auf dem Sternenfeld

Im letzten Jahr, im April 2017, traf ich mich zum ersten Mal mit Mariano Pastor, dem Vorstand von Alpha1 Spanien in Barcelona. Er erzählte mir unter anderem vom Projekt Wanderung auf dem Jakobsweg. Ich war sofort begeistert und als ich Anfang dieses Jahres genauere Informationen bekam, habe ich sofort begonnen, innerhalb unserer Alphagruppen nach interessierten Teilnehmern zu schauen. Es handelt sich um eine Wanderung über 110 Kilometer von Sarria in der Provinz Lugo bis nach Santiago de Compostela. Die Wanderung erstreckt sich über 7 Tageswanderungen mit Entfernungen zwischen 10 und 20 km pro Tag. Es gibt eine Einteilung in vier Gruppen unterschiedlicher Stärke und nur die Gruppen 1 und 2 laufen die gesamte Strecke. Für die Gruppen 3 und 4 ist die Wegstrecke sehr viel kürzer, hier sind nur zwischen 2 und 5 km pro Tag vorgesehen.

Jeder Teilnehmer kann sich in die gewünschte Leistungsgruppe eintragen lassen und je nach Tagesform täglich die Gruppe wechseln. Unterwegs ist in kurzen Abständen für Sauerstoff, ärztliche Versorgung und Weitertransport gesorgt.Übernachtet wird in kleinen Landhotels und um das leibliche Wohl müssen wir uns keine Sorgen machen. Schließlich bewegen wir uns in Spanien.  Insgesamt sind wir 85 Teilnehmer, natürlich überwiegend aus Spanien. Trotzdem ist es eine internationale Wanderung mit Teilnehmern aus den USA, Neuseeland, Frankreich, Belgien und einigen anderen Ländern. Die deutsche Gruppe ist mit 10 Mitgliedern die stärkste internationale Gruppe.

Innerhalb weniger Tage waren alle Plätze vergeben und es gibt einige Wanderwillige auf der Warteliste, falls angemeldete Teilnehmer doch noch absagen.  Wir sind die „Alfas en Camino“, also „Alphas auf dem Weg“, und Alpha1 Spanien hat folgende Ziele ausgegeben:

  • Durch eine größere Gruppe von Betroffenen das Alpha1-Defizit sichtbarer und bekannter und auf die seltene Erkrankung aufmerksam machen
  • Politische Gegebenheiten verändern, damit der Zugang zu allen verfügbaren Behandlungsmethoden garantiert wird
  • Auf die Notwendigkeit aufmerksam machen, dass alle COPD-Erkrankten auf Alpha-1 getestet werden
  • Die Bewegung an frischer Luft und den Kontakt zur Natur fördern
  • Kinder und Jugendliche einbeziehen.

Am Ende der Wanderung, die am 26. August in Sarria beginnt und am 1. September in Santiago abgeschlossen wird, werden wir geschlossen in einheitlichen T-Shirts mit 85 Teilnehmern in Santiago einlaufen und am samstäglichen Pilgergottesdienst in der Kathedrale teilnehmen.

Presse, Rundfunk und wahrscheinlich auch das galizische und/oder spanische Fernsehen werden uns begleiten. Wir hoffen sehr, dass unsere Aktion auch bei der hiesigen Presse auf Resonanz stößt.
Wir 10 Teilnehmer aus der Kölner, der Rhein-Main und einer bayrischen Gruppe freuen uns riesig auf die Herausforderung der gemeinsamen Wanderung auf einem religiösen und gleichzeitig mystischen Weg, der von Pilgern aus aller Welt seit über 1000 Jahren beschritten wird.

Santiago de Compostela, die Stadt, in der der Sage nach im Jahr 814 nach Christus die Überreste eines der Jünger Jesu, Jakobus dem Älteren, auf einem Feld, über dem einige Sterne standen (Campo = Feld und stela = Sterne), gefunden wurde, erwartet uns. Wir werden weiter berichten.

Diese Aktion ist einmalig und wird viel für den Bekanntheitsgrad unseres Gendefektes bewirken, vielleicht können wir darüber nachdenken, ähnliche Aktionen in Deutschland durchzuführen.

Überall in Deutschland gibt es ausgewiesene Jakobswege und es wäre sehr schön, wenn wir im nächsten Jahr die erste kleine Wanderung auf einem der deutschen Jakobswege mit einer oder mehreren Gruppen durchführen könnten.

Wir von der Kölner Gruppe sind auf jeden Fall dabei. Schließlich heißen die Kellner oder Ober in Köln KÖBES und diese Menschen sind niemand anderes als die Nachfahren der durch Köln durchziehenden Jakobspilger, die sich in Kölner Kneipen seit Jahrhunderten Reisegeld verdient haben und deren Reisegeschichten sich die Kölner sehr gern angehört haben (Köbes = Jakobus).

In diesem Sinne bleibt aktiv und wandert, der Jakobsweg beginnt vor jeder Haustür.
Euer Bernd Dobbert, so erschienen im Alpha1-Journal 1-2018.

Medienecho zur Aktion

23.08.2018, Rhein-Zeitung: Atemlos: Lungenkranker läuft den Jakobsweg

Eine gelbe Muschel weist den Jakobspilgern den Weg.

Santiago de Compostela – das Ziel der Pilgerer.